Vier Lederschuhe mit unterschiedlich hohem Schaft der Größe nach aufgereiht.

Mittelalter Schausammlung

Beschreibung

Im Lauf des Mittelalters veränderte sich das Leben in vielfältiger Hinsicht. Es entstanden erstmals wieder Städte, besonders häufig geschah dies im 12. und 13. Jahrhundert. Nach wie vor lebten die weitaus meisten Menschen aber in ländlichen Siedlungen. Durch zahllose Ausgrabungen hat die Archäologie neues Quellenmaterial zur Geschichte einzelner Orte und zum Leben ihrer Bewohner erschlossen.

Themenbereiche

Blick in die Ausstellung mit mittelalterlicher Bohlenwand
Bauern und Städter wohnten sehr unterschiedlich: Die einen lebten auf großzügigen Hofstellen in eingeschossigen Häusern, um die sich diverse Nebengebäude gruppierten, in der Stadt mit ihrem geringen Raumangebot wuchsen die Häuser dagegen zwangsläufig in die Höhe. Der Wunsch nach Repräsentation und Komfort führte zur Entwicklung von Baudetails wie Glasfenstern, holzvertäfelten Stuben und Kachelöfen.  
Vitrine mit Überblick über die mittelalterliche Geschichte Konstanz
Die lange und reiche Geschichte von Konstanz beginnt vor etwa 5.000 Jahren mit Pfahlbauten in der Jungsteinzeit und setzt sich dann ohne Unterbrechung fort: vom keltischen Oppidum über eine römische Siedlung und ein Kastell bis zum Bischofsitz im Mittelalter. Seine Bedeutung war durch die verkehrsgünstige Lage vorgegeben: zum einen wegen der durch Bodensee und Rhein gebildeten Wasserstraße und zum anderen wegen des Rheinübergangs in Richtung der Alpenpässe. 
Vitrine mit mittelalterlichen Schuhen und Rekonstruktionen
Der hohe Grundwasserstand in Teilen der Stadt führt dazu, dass sich Leder und Holz ausgezeichnet erhalten. So bekommen wir nicht nur Kenntnisse über die Bauweise der Häuser, deren Fundamente auf Pfählen ruhen können, sondern auch Einblicke in die zeitgenössische Schuhmode.  
Ausstellungsstück mit mehreren mittelalterlichen Glasgefäßen
Die Entsorgung von Fäkalien und Müll war in den mittelalterlichen Städten ein wichtiges Thema. Latrinen, tiefe Gruben im Hinterhof mit einem Häuschen darüber, dienten als Plumpsklo und als Abfalleimer. Die darin gefundenen Gegenstände, aber auch Tierknochen und Pflanzenreste, werfen ein Schlaglicht auf Haushaltsinventare und Ernährung. 

Objekte in der Schausammlung

Zu sehen ist der Kopf einer Frauenfigur aus hellgrauem Ton auf schwarzem Untergrund. Das Gesicht ist umrahmt von einer in zwei Lagen wellenförmig gestalteten Haube rund um den Kopf bis zum Kinn.
14. Jh. n. Chr.
Niederstetten, Main-Tauber-Kreis
Highlight
Zu sehen ist eine Metalldose aus rötlich-gänzendem Metall, die auf dem aufklappbaren Deckel einen Schlitz hat. Scharniere und ein Klapphebel machen das Öffnen und Verschließen möglich. Die Dose steht auf einem schwarzen, leicht spiegelnden Untergrund.
14. Jh. n. Chr.
Konstanz, Lkr. Konstanz
Zu sehen ist ein zungenfömiges Objekt aus Silber im Mittelteil mit eingetieften Motiven und Gold in der Umrandung mit reliefartigen ornamentalen Rankverzierungen. Die Riemenzunge liegt auf schwarzem Grund.
750–800 n. Chr.
Konstanz, Lkr. Konstanz
Zu sehen ist eine fleckig-kupferfarbene Fibel auf hell-bläulichem Grund, die mit der Vorderseite nach links vorne zeigt, mit einer Querstrebe vorne, die zwiebelförmige Enden nach rechts und links aufweist; auch in der Mitte, am Anfang des Fibelbogens ist ein solcher Knopf, der hier nach Vorne zeigt; am Ende des Bogens dann noch ein gerades Stück, indem die Nadel arretiert ist.
um 1. Viertel 4. Jh. n. Chr.
Konstanz, Lkr. Konstanz
Zu sehen ist eine silberglänzende Münze auf schwarzem Grund; sie zeigt eine nach rechts blickende Büste mit Lorbeerkranz, das Auge gut noch zu erkennen, alles darunter jedoch unkenntlich.
150–100 v. Chr.
Konstanz, Lkr. Konstanz
Highlight
Zu sehen ist ein kleiner Stiefel aus braunem Leder in seitlicher Ansicht, die Schuhspitze zeigt nach rechts. Der Schaft hat vorne einen Schlitz. Der Kinderstiefel steht hier auf schwarzem Untergrund.
14.–15. Jh. n. Chr.
Konstanz, Lkr. Konstanz
Zu sehen ist ein sogenanntes Aquamanile, ein Wassergefäß zum Händewaschen, in Form eines Hundes.
um 1300 n. Chr.
Konstanz, Lkr. Konstanz
Zu sehen ist eine hohle Kugel aus dunklem, ins rötliche gehende Metall mit einer rautenartigen Struktur durch sich überkreuzende Bänder, wobei an den Kreuzungspunkten jeweils ein kleines Kügelchen dekorativ in jeder Ecke, sowie eines oben auf der Kreuzungsstelle angebracht ist. Die Riechkugel, die den Blick ins Innere ermöglicht, liegt hier auf einem hellen, leicht bläulichen Untergrund.
14. Jh. n. Chr.
Konstanz, Lkr. Konstanz
Highlight
Zu sehen ist ein weißes Glas in glatter, sich nach oben hin leicht weitender Form auf schwarz-spiegelndem Grund; es ist in bunten Farben emailbemalt, auf dem Bild sieht man einen Heiligen mit goldenem Glorienschein, rotem Mantel und blauem Untergewand, rechts und links bunte, mannshohe Pflanzen und unter dem unregelmäßig ausgebrochenen Rand ein umlaufender Schriftzug.
letztes Viertel 13.–Mitte 14. Jh.
Konstanz, Lkr. Konstanz
13./14. Jh. n. Chr.
Niederstetten, Main-Tauber-Kreis
Zu sehen ist hier eine grünglasierte Kachel, stellenweise abgeblättert, hier kommt der helle Ton zum Vorschein. Die rechteckige, hochkantige Kachel zeigt in einem nach innen laufenden Rahmen einen Ritter mit Hut und darunter hervorquellenden Locken, in der rechten Hand einen großen Schlüssel haltend, die linke Hand am Schwert; Er steht in einem Torbogen, links unten ist ein Wappen zu sehen. Das Objekt ist hier vor schwarzem Grund gezeigt.
15. Jh. n. Chr.
Freudenberg, Main-Tauber-Kreis
Zu sehen ist ein Webgewicht aus Keramik mit Schlüsselabdruck aus dem Mittelalter.
9.–11. Jh. n. Chr.
Ditzingen, Lkr. Ludwigsburg