Schifffahrt Schausammlung

Beschreibung

Flüsse und Seen waren schon immer wichtige Verkehrswege, da der Transport über Wasser schneller und leistungsfähiger war als über Land. Das förderte den Warenaustausch genauso wie die Weitergabe von Nachrichten und Ideen.

In der Voralpenregion bilden Alpenrhein, Bodensee und Rhein bis zum Rheinfall eine fast 100 Kilometer lange Wasserstraße, die von keltischer Zeit an bis zum Bau der Eisenbahnen von großer Bedeutung war. Im Flachwasser des Bodensees nahe dem Ufer fanden Archäologen zahlreiche Zeugnisse für die lange Tradition der Schifffahrt: Hafenanlagen, Fischereieinrichtungen und natürlich Wracks von Schiffen und Booten.

Ab circa 1500 n. Chr. nahm der Warenverkehr deutlich zu. Durch neue Bautechniken konnten Schiffe von gleicher Größe nun etwa die doppelte Tonnage aufnehmen.

Themenbereiche

Vitrine mit einem ausgestellten Einbaum
Einer der ältesten bekannten Bootstypen ist der Einbaum. Er lässt sich relativ einfach herstellen: man muss lediglich einen Baumstamm aushöhlen. Paddel und kleine Spielzeugeinbäume wurden in Pfahlbausiedlungen des Bodensees gefunden. Zeugnisse keltischer und römischer Schifffahrt weisen auf die Bedeutung für Handel und Fischerei hin. 
Blick in den Ausstellungsraum mit Bootsmodellen
Der Bodensee birgt einen großen Schatz an mittelalterlichen und neuzeitlichen Schiffen. Die Besiedlung seiner Ufer steht immer in Zusammenhang mit Handel und Verkehr. In der ältesten namentlichen Überlieferung heißt er Lacus brigantinus nach der römischen Stadt Brigantium, dem heutigen Bregenz. Im Mittelalter war vermutlich die Königspfalz Bodman namengebend – aus Lacus bodamicus wurde Bodensee. In anderen Sprachen wird er heute nach der bedeutendsten mittelalterlichen Stadt am See, Konstanz, benannt.  
Ausstellungsstück Bootsrumpf mit Holzstreben
Schiffe und Fässer, als der Container des Mittelalters, zeugen von der Bedeutung des Warentransports auf dem Bodensee. Fässer bis 180 cm Höhe und bis zu 1600 l Inhalt haben sich in Zweitverwendung als Latrinengruben im Boden erhalten. 
Ausstellungsstück Bootsrumpf und Fässer
Ab circa 1500 n. Chr. nahm der Warenverkehr deutlich zu. Die Schiffbauer haben darauf reagiert: Durch neue Bautechniken waren die Planken dünner und ließen sich so besser biegen, konnten Schiffe von gleicher Größe nun etwa die doppelte Tonnage aufnehmen. 

Objekte in der Schausammlung

Zu sehen ist eine Schüssel aus schwarzer Keramik auf schwarzem Grund; von einem kleinen Standfuß ausgehend weitet sich die Schale bis zu einem umlaufenden Ring; von hier aus geht es gerade nach oben und endet mit einem kleinen Rand, darunter eine Rille; im oberen, geraden Teil sieht man eine eingeritzte Widmung.
um 100 n. Chr.
Heidenheim an der Brenz, Lkr. Heidenheim
Zu sehen ist ein langes, schmales Objekt aus hellem Holz, das hinten leicht abgerundet endet und vorne spitz zuläuft; im mittleren Bereich ist eine Aushöhlung zu erkennen; ein Stück der linken Wandung ist ausgebrochen. Das Objekt liegt hier diagonal mit der Spitze nach vorne rechts auf schwarzem Grund.
um 3000 v. Chr.
Sipplingen, Bodenseekreis
Highlight
Zu sehen ist ein großes rundes Fass, leicht gewölbt, mit vier umlaufenden Fassbindungen, davon drei Dreier-Reihen von unten beginnend, sowie oben eine einzelne Reihe, aus Astmaterial mit Birkenrinde, deren überlappende Enden jeweils mit Rindenstreifen umwickelt und dadurch verbunden sind. In der oberen Hälfte des Fasses sieht man ein mit einem Holzpfropfen verschlossenes Spundloch, darüber zwei kleinere Löcher. Die Bretter am oberen Fassende sind unregelmäßig ausgebrochen. Das Fass steht auf Kies, dahinter Betonwand und grünes Glas, rechts ist ein Teil des Lastenseglers zu sehen, wie in der Ausstellung des Museums gezeigt.
15. Jh. n. Chr.
Konstanz, Lkr. Konstanz
Zu sehen ist hier ein Ruderblatt auf schwarzem Untergrund; es ist im Bild diagonal von links oben nach rechts unten positioniert; unterhalb des oberen, abgebrochenen Endes sind zwei eingebrannte Marken, beide in Form einer Linie, auslaufend in zwei Bögen nach links und rechts zu erkennen.
spätmittelalterlich
Uhldingen-Mühlhofen, Bodenseekreis