Auf einen Blick
- Preis
- 20 €
- Erhältlich
- im Ausstellungsshop (Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Konstanz), außerdem im Buchhandel (ISBN: 978-3-949257-22-3) oder online, unter anderem direkt beim Likias-Verlag
- Herausgeber
- Förderverein Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg e. V. / Autor: Ralph Röber
Beschreibung
Die seit etwa 40 Jahren erfolgte intensive archäologische Betreuung der Stadt Konstanz durch das Landesamt für Denkmalpflege hat eine Vielzahl von keramischen Funden des Mittelalters und der Neuzeit zutage gefördert.
Diese Gesamtdarstellung umfasst die Produktion und den Gebrauch von Töpferwaren in Konstanz vom 11./12. bis zum 19. Jahrhundert und behandelt vor Ort produzierte, aber auch importierte Keramik: von Töpfen, Krügen und Kannen für Keller, Küche oder Tafel bis zu Sonderformen wie Lavabos, Nachttöpfen, Schreibgeschirren, Keramik für den medizinisch/pharmazeutischen Bereich, Tabakpfeifen oder Ofenkacheln.
Inhaltlich werden drei Ziele verfolgt: Zunächst gilt es, chronologische Fixpunkte auch durch die Vorlage unveröffentlichten Materials herauszuarbeiten. Als zweites wird ein Referenzwerk für die nähere und weitere Umgebung entstehen. Konstanz als Sitz eines Bistums, das von Stuttgart bis zum Alpenhauptkamm reichte, als kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Region und als größte und bedeutendste Stadt am Bodensee hat in ökonomischer Hinsicht weit in das Hinterland ausgestrahlt. Mit der Vorlage der keramischen Funde aus Konstanz wird es ermöglicht, die Ausstrahlung des hiesigen Hafnerhandwerks diachron zu verfolgen und Versorgungsnetzwerke mit Töpfereiwaren aufzudecken. Als Nebeneffekt wird es auch möglich sein, Unterschiede zwischen städtischer und ländlicher keramischer Kultur herauszufiltern.
Als drittes sollen kulturhistorische Phänomene sichtbar gemacht werden. Dazu gehören beispielsweise das Aufkommen von Gerätschaften zur Erzeugung von höherprozentigem Alkohol für Trink- oder pharmazeutische Zwecke im bürgerlichen Bereich in der Zeit um 1300, die „Erfindung“ von keramischen Schreibsets um 1600 oder die Anfänge des Tabakrauchens in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Auch die Veränderungen in der Tischkultur sowie die Wechselwirkungen mit Gefäßen aus anderen Materialien spiegeln sich in der Keramik.